Allgemein, Stricken

Sommerpulli Donner

Am Freitag war es soweit – ich konnte endlich meinen Sommerpullover Donner fertigstellen. Ich hatte ja schon hier über die Maschenprobe bzw. hier über den Pullover geschrieben.

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Nachdem der Pullover nun fertig gestrickt ist, habe ich mir meine Gedanken zur Anleitung gemacht:

Pullover Konstruktion: Der Pullover strickt sich nahtlos von oben nach unten, begonnen wird am oberen Rücken bei der Schulter. Zuerst wird über die Höhe der späteren Ärmelöffnung gerade nach unten gestrickt- hier muss man einfach nur der ausführlichen Anleitung folgen, und darf sich nicht verunsichern lassen, dass der Pullover breit wirkt. Die Ärmel sind etwas überschnitten – ein gewisser Teil der Breite des Anfangs zählt bereits zu den Ärmeln. Sobald die gewünschte Höhe erreicht wurde, legt man die Maschen still und strickt vom oberen Rand weiter die Schultern nach vorne – jetzt wird mit verkürzten Reihen der Schulterbereich und der Ausschnitt geformt. Dabei hilft es, das Hirn auszuschalten und einfach stur der Anleitung zu folgen. Diese ist extrem ausführlich und genau gehalten. Wie durch ein Wunder (zumindest kam es mir während des Strickens so vor), passen am Ende das linke und das rechte Vorderteil perfekt zusammen. Sobald auch am Vorderteil die gewünschte Höhe erreicht ist, wird das Strickstück zur Runde geschlossen und der Rumpf wird bis zur gewünschten Länge gestrickt. Zum Abschluss werden rund um die Ärmelöffnung Maschen aufgenommen und die Ärmel mit verkürzten Reihen geformt und schließlich fertig gestrickt.

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Stil der Anleitung: Die Anleitung von Elizabeth Doherty ist sehr genau und detailliert beschrieben. Sie hat sich zu vielen winzig kleinen Details Gedanken gemacht. Oft habe ich mich während des Strickens gefragt, warum kleine Details (z.b. die Platzierung der Ärmelabnahmen) so erfolgten. Nach mehreren Runden Stricken fiel mir dann auf, wie clever die Ärmelabnahmen so genau in der Musterreihe verschwinden und somit praktisch unsichtbar sind. Mir gefallen derart ausführliche Anleitungen sehr gut, und bisher hatte ich bei den Anleitungen von Elizabeth Doherty immer recht, wenn ich mich im Zweifel einfach an die Anleitung gehalten habe und ihr stur gefolgt bin.

Umrechnen der Maschenprobe: Ich hatte mit meiner Wolle, Linum von The uncommon Thread eine etwas abweichende Maschenprobe, die ich umrechnen musste. Das hatte ich bereits hier Leinen los… mein erstes Leinen-Strickwerk beschrieben. Ich muss sagen, nachdem der Pullover fertig gestrickt ist, und auch gewaschen ist, passt er mir perfekt. Das Umrechnen hat für mich perfekt funktioniert und ich werde wohl bei meiner Umrechnungsvariante verbleiben.  (Maschen laut Maschenprobe / Maschen laut Anleitung * gewünschtem Brustumfang = Brustumfang der zu strickenden Größe)

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Wolle: Ich habe für den Pullover die Wolle Linum von The uncommon Thread verwendet. Dabei handelt es sich um ein  50% aus Baby Alpaca, 25% Leinen und 25% Seide Gemisch. Die Wolle hat eine Lauflänge von 400m auf 100g. Während des Strickens war die Wolle sehr angenehm zu verarbeiten. Nach dem Waschen und während des Tragens fühlt sie sich sehr weich an. Durch das Leinen/Seidengemisch ist die Wolle für den Sommer sehr angenehm zu tragen – und nicht zu heiß. Nach dem Waschen haben sich die Unregelmäßigkeiten im Strickbild auch sehr gut ausgeglichen, die einzelnen Maschen haben nun ein ebenmäßiges Erscheinungsbild.

Fazit: Alles in Allem kann ich sowohl die Anleitung, als auch die verwendete Wolle weiterempfehlen. Die Anleitung ist sehr ausführlich und detailliert verfasst, die Designerin hat sich zu sehr vielen Kleinigkeiten Gedanken gemacht und diese in die Anleitung aufgenommen. So ist eine sehr schöne Anleitung für ein tolles Modell entstanden.

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Leinen los II

Ich habe bereits letztens über die Maschenprobe meines neuen Pullovers geschrieben. In den letzten Wochen habe ich an dem Pullover weitergestrickt und ich hoffe, dass ich noch in den nächsten Tagen den Körper fertigstellen kann.

Der Pullover basiert auf der Anleitung von Elizabeth Dohertys Donner, einer Anleitung für einen Leinenpullover. Dieser Pullover wird von oben nach unten (top-down) gestrickt, die Konstruktion ist eine sogenannte „modern drop-shoulder“ Konstruktion, die Elizabeth Doherty in einigen Anleitungen verwendet. Weiterlesen „Leinen los II“

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Fabius, der Fangmuster Cowl

Erinnert ihr euch noch an Fabius, den Fisch aus dem Disney Film „Die kleine Meerjungfrau“ – inspiriert von seinen Farben, habe ich einen Cowl gestrickt.

Die Besonderheit dieses Cowls ist allerdings nicht die Farbwahl, sondern die verwendete Technik: der Tuck-Stitch (oder auf Deutsch, das Fangmuster). Ich habe diese Technik bei einem Workshop mit der wunderbaren Nancy Marchant (http://www.briochestitch.com) kennen gelernt.

Weiterlesen „Fabius, der Fangmuster Cowl“

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Leinen los… mein erstes Leinen-Strickwerk

Bislang habe ich hauptsächlich mit Merino Wolle gestrickt – doch nun im Sommer möchte ich etwas leichtes, lockeres luftiges stricken. Da bietet es sich doch perfekt an, ein Strickstück aus Leinen zu fertigen..

Für mein erstes Leinenprojekt habe ich am Vienna Wool and Design Festival im Frühling 2017 drei Stränge von The Uncommon Thread in Linum gekauft. Die Wolle hat eine Lauflänge von 400m auf 100g und besteht zu 50% aus Baby Alpaca, 25% Leinen und 25%Seide (Mittlerweile habe ich zwei weitere Leinengarne in Pullover Menge, die auf ihre Verarbeitung warten). Weiterlesen „Leinen los… mein erstes Leinen-Strickwerk“

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oje… ein Fehler ist passiert.. – Was nun?

Ihr kennt das bestimmt, ihr strickt eine Anleitung für ein tolles Strickprojekt (ein Tuch ein Pullover, eine Weste/Cardigan) und plötzlich bemerkt ihr.. oje ein Fehler ist passiert… (ich möchte festhalten, dass die Anleitung dieses Projekts fehlerfrei war – mein Fehler lag daran, dass ich unkonzentriert war…)

Dann beginnt das große Nachdenken.. fällt der Fehler im fertigen Werk überhaupt auf?, stört mich der Fehler? wie schwierig ist es, den Fehler zu beheben?

Diese Grübelphase läuft bei mir meist so ab..

  • Phase 1: ACH, das ist doch bloß ein kleiner Fehler (hier eine Masche zu viel, da eine zu wenig, das schummle ich schnell richtig).. und ich stricke weiter

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    Unter den Lochmusterreihe habe ich eine Masche nicht gestrickt (Fehler entdeckt ca 20 Reihen darüber.. hmpf..)
  • Phase 2: Ich suche im Gestrick nach dem Fehler und denke mir, das Wegschummeln hat nicht geholfen.. Mist – Häufig lege ich dann das Strickprojekt zur Seite, weil es mich ärgert, und schließlich soll Stricken ja entspannen und nicht ärgern
  • Phase 3: Der Entschluss ist gefasst, ich repariere den Fehler, manchmal geht das leicht (ich schaffe es immer wieder M1L und M1R zu vertauschen….), Masche fallen lassen und wieder Hochstricken bzw. Häkeln, und manchmal ist richtiger Mut erforderlich 

  • Phase 4: Zurückstricken – oder Auftrennen: gerade gestern strickte ich an einem Tuch und sollte 75 Maschen auf den Nadeln haben.. das hatte ich am Anfang auch, aber nach etwa 20 Reihen waren es plötzlich 77 Maschen.. ich hab also eine Reihe gesucht, die noch richtig war, mit der Rundstricknadel diese Maschen aufgenommen und zurück getrennt, dabei ist dann leider der Fehler passiert, dass ich eine Masche nicht gut aufgenommen hatte – leider ist mir auch dieser Fehler erst nach ca 20 Reihen aufgefallen
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  • Phase 5: die aufgetrennte Wolle habe ich um das Wollknäuel gewickelt und diesmal korrekt weitergestricktIMG_6270
  • Phase 6: Als die ganze aufgetrennte Wolle verstrickt war, war ich richtig froh, dass ich den Fehler behoben habe – und ich hatte wiedermal die Erkenntnis – ich habe länger darüber nachgedacht, den Fehler zu korrigieren, als das Korrigieren dann überhaupt gedauert hat 🙂

Was möchte ich aus diesen Phasen für mich mitnehmen:

  • Sobald ich einen Fehler entdecke, nicht weiter überlegen und weiter stricken, sondern gleich die Fehlerbehebung starten, im Endeffekt spart das einiges an Grübelei
  • Rettungslinien einziehen: Ich verwende dazu sehr häufig einen dünnen Nylon Faden vom Schmuck basteln, den fädle ich in ein Loch meiner Rundstricknadel (das Loch ist eigentlich dazu gedacht, die Nadel fest auf das Seil zu schrauben) und ziehe so während des Strickens gleich den Nylon Faden ein. Eine Rettungslinie verhindert zwar keine Fehler, aber vereinfacht das Zurückstricken ungemein.
  • Öfter mal den Strickfortschritt kontrollieren, dadurch wird der Korrekturaufwand auch verringert
  • Jedenfalls vor dem Abketten nochmals das Strickwerk kontrollieren, ob irgendwo ein offensichtlicher Fehler ist (mir passiert es immer wieder, dass ich nicht alle Fäden verstricke, das lässt sich allerdings ganz leicht beheben vor dem Abketten)

 

Zum Schluss möchte ich allerdings schon auch gestehen, dass ich nicht jeden Fehler behebe.. gerade bei Pullis passiert es mir, dass ich Taillenabnahmen oder Zunahmen in der richtigen Reihe vergesse.. diese Fehler ignoriere ich und gleiche sie mit der nächsten Zu- oder Abnahme dann aus, denn sowas fällt außer mir vermutlich niemandem auf 🙂

 

Ach ja und was ich mir auch denke um mich nicht zu sehr zu ärgern.. durch das Auftrennen und nochmal stricken habe ich mehr Strickspaß zum gleichen Wollpreis 😉

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StrickmichClub 2016 Teil 2: Puerto Montt und Toranja

In diesem Post möchte ich euch das dritte und vierte Projekt des StrickmichClubs 2016 vorstellen.  Das dritte Projekt des Clubs war ein innovativ geformtes Tuch aus Wolle der wunderbaren Wollmeise, das Vierte war ein raffinierter Cowl aus einem Strang der tollen Färberin Natures Luxury.

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StrickmichClub 2016 Teil 1: Snowflake Party und Smooth Sailor

Ich möchte euch einen Club vorstellen, dem ich seit 2016 angehöre – den Strickmich Club der wunderbaren Designerin Martina Behm. Der Strickmich Club ist ein jährlicher laufender Club, der aus vier Lieferungen besteht. Jede Lieferung umfasst eine neue Anleitung für ein Accessoire von Martina Behm, der dazu passenden Wolle, die perfekt auf die Anleitung abgestimmt ist und kleineren Beigaben wie Perlen, die in das Strickstück eingestrickt werden, Maschen-Markierer oder einen Projektbeutel.

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